
» Philipp Petzschner unterliegt im Finale
Das
Ende zeichnete sich früh ab. „Keine Vorhand, kein Aufschlag“
analysierte Philipp Petzschner laut auf dem Center-Court. Weil er damit
Recht hatte, verlor der 23-jährige Bayreuther am Sonntag das Finale
beim 16. ATP-Challenger-Turnier in Oberstaufen gegen den Spanier
Gabriel Trujillo-Soler mit 4:6 und 4:6. Ausgerechnet im
Finale hatte Petzschner Probleme mit seinen stärksten Waffen. Der erste
Aufschlag kam kaum ins Feld und auch die Vorhand landete zu oft im Aus
oder im Netz. „Das war mein Vorteil, denn wenn Philipps Schläge kommen,
hast du kaum eine Chance“, freute sich Gabriel Trujillo-Soler über die
Fehler seines Kontrahenten. Für den Spanier war es der erste Sieg in
einem Turnier der Challenger-Kategorie. „Deswegen bin ich wirklich
happy.“
Auch der Unterlegene konnte der Turnierwoche etwas Gutes
abgewinnen. „Insgesamt bin ich sehr zufrieden, denn es war eine
wirklich gute Woche für mich“, meinte Petzschner, der erst seit vier
Wochen wieder Turniere spielen kann. Zuvor hatte er wegen Bänderrissen
an beiden Beinen fünf Monate pausieren müssen. In Oberstaufen war
Petzschner nur als so genannter Lucky Loser nachträglich ins Hauptfeld
gelangt.
Gut 500 Zuschauer verfolgten am Sonntag das Finale am Center-Court, so
dass Turnierdirektor Hans Hermann doch noch zufrieden Bilanz ziehen
konnte. „Der Abschluss hat uns versöhnt“ meinte Hermann mit Blick auf
die erste Hälfte der Woche, in der es teilweise geschüttet hatte wie
aus Kübeln.
Der Turnierchef und sein Stab vom TC Blau-Weiß Oberstaufen werden in
den nächsten Wochen vehement daran arbeiten, die Zukunft des
Oberstaufen-Cups zu sichern. Ab 2008 müssen bei allen
Challenger-Turnier mindestens 35.000 Dollar an Siegprämien ausgezahlt
werden. „Für uns bedeutet das, dass wir 10.000 Dollar mehr aufbringen
müssen als bisher. Das ist natürlich heftig. Aber irgendwie werden wir
das schon stemmen!“
Die Spieler freuen sich schon aufs Wiederkommen. „Ich war jetzt zum
zweiten Mal hier und auch nächstes Jahr komme ich bestimmt wieder. Es
ist einfach herrlich, in Oberstaufen zu spielen. Die Anlage, die Leute.
Hier passt einfach alles“, meinte Gabriel Trujillo-Soler, der vom
Allgäu aus weiter nach Rimini zum nächsten Challenger-Turnier reist.
Mit seinen 50 Punkten von Oberstaufen wird der Spanier voraussichtlich
40 Plätze in der ATP-Weltrangliste gut machen und sich damit von Platz
259 nach vorne verbessern.
Das Doppelfinale gewannen die beiden Slowaken Igor Zelenay und Filip Polasek mit 7:5 und 7:5 gegen Marc Sieber (Straubing) und Peter Gojowczyk (Dachau).